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INTERVIEW MIT ALEXIS ULRICH VON INCUBUS' CHOICE, FRANKREICH, 13.12.06

Close-up on... Peter Klint

 (ON WWW.INCUBUSCHOICE.COM THIS INTERVIEW ALSO EXISTS IN ENGLISH AND FRENCH)

Was möchten Sie durch Ihre Arbeit ausdrücken?

Klint: In erster Linie lebe ich in meiner Kunst meine Persönlichkeit, meine Individualität aus – dadurch, dass ich male und durch das, was ich male.
Dabei steckt weit mehr Wahrheit über mich in meiner Art zu malen, als in dem, was ich male. Wenn Bilder von mir provokativ sind, liegt das aus meiner Sicht am Betrachter. Ich male nicht, um zu provozieren.

Welche Künstler inspirieren Sie und wer sind Ihre Meister?

Klint: Ich mag z.B. Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Christian Schad und Stanislaw Ignacy Witkiewicz – als meinen Meister bezeichne ich allerdings niemanden. Und kopieren würde ich auch niemanden.

Was haben Sie durch das Internet gewonnen?

Klint: Meinen nationalen und internationalen Bekanntheitsgrad hätte ich ohne das Internet im Leben nicht erreicht. Schön, dass meine Arbeiten ein weltweites Publikum erreichen – wenn auch meist nur digital.

Ermöglichte das Internet Ihnen, neue Modelle zu treffen, neue Ausstellungsorte zu finden?

Klint: Fast jede meiner über 40 Ausstellungen entstand über das Internet. Außerdem bekam ich einige Aufträge für Illustrationen. Nach Modell male ich nicht mehr, seit ich die Akademie verließ aber ich habe Leute, die ich im Internet kennenlernte, nach Fotos gemalt.

Können Sie sagen uns etwas über Stuckismus, und Ihren Beziehung zu dieser Kunstbewegung sagen?

Klint: The Stuckists (engl. von „to be stuck”) sind eine internationale Kunstbewegung für neue figurative Malerei – die erste remodernistische Kunstbewegung überhaupt. Sie wurde 1999 in London gegründet und umfasst mittlerweile 153 Gruppen in 37 Ländern. Hauptsächlich geht es um Authentizität, um Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und den Rezipienten. Kunst muss etwas zu bieten haben. Was außerhalb eines Museums ein Hundehaufen ist, wird nicht dadurch zu Kunst, dass man den Hundehaufen auf ein Podest im Museum stellt.

Können Sie uns etwas über den Ort sagen, an dem Sie leben und arbeiten?

Klint: Ich lebe seit zwei Jahren wieder auf der Insel Sylt, wo ich auch aufgewachsen bin. Die Landschaft und die Nordsee sind wunderschön. Das kulturelle Angebot ist leider nicht so gut – hauptsächlich Mainstream für Touristen. Für meine Kunst interessiert sich hier auf Sylt kaum jemand. Deshalb stelle ich meine Bilder hauptsächlich in Hamburg und anderen deutschen Städten aus – aber auch im Ausland, wie zuletzt in Brüssel und Liverpool.

Welche Projekte liegen zur Zeit vor Ihnen?

Klint: Ich bin im April 2006 erstmals Vater geworden – dadurch ist die Malerei etwas zu kurz gekommen. Ich habe viel nachzuholen und werde deshalb in den nächste Monaten um so fleißiger malen. Ausstellungen von mir wird es 2007 unter Anderem in Berlin und München geben. Ich bedanke mich für die Gelegenheit zu diesem Interview. Incubus’ Choice steht seit vielen Jahren für große Vielfalt und erlesene Qualität. Ich freue mich über Kritik und Fragen zu meiner Arbeit: unter klintkunst at web de können mich die Besucher gern kontaktieren.