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WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE, LOKALTEIL WATTENSCHEID, 19. Februar 2003:

Künstler Klint richtet auf Tischdecken an

WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE, WATTENSCHEID

Ausstellung in der Kulturkneipe "Hannes"

Die Toleranz der Betrachter schulen und ihnen die Augen öffnen - das ist das Ziel des Hamburger Künstlers Peter Klint. Mit einer Vernissage eröffnete er am Samstag seine Ausstellung "Akt, Portrait und Meer" in der Kulturkneipe "Hannes" am Alten Markt.

Unverhüllte Frauenkörper, kritische Selbstdarstellungen und realistische Portraits stellte Peter Klint am Wochenende dem Wattenscheider Publikum vor. Ungewöhnlich sind bei den Bildern jedoch nicht nur die Motive, sondern auch die Materialien, die der Künstler verwendet. Auf der Rückseite von Gartentischdecken ,komponiert´ der 31-Jährige mit Acryl und Sand seine Werke. "Die Kunst soll zeigen, was schön ist", beschrieb Peter Klint. Seine persönliche Deutung des Adjektivs ist seit Samstag in der Ausstellung zu sehen.

Musikalisch eröffnet wurde die Vernissage von dem Wattenscheider Christian Hirdes - auch bekannt als "Otto Normal", der mit "musiKabarett" und "poetiComedy" kurzfristig für einen Hamburger Musiker einspringen konnte.

Als besondere Aktion fertigte Peter Klint im Anschluss Einstrichzeichnungen auf Zurufe des Publikums an und brachte dabei Begriffe wie "Schwingen der Kunst" oder "Lasagne" aufs Papier. Die sekundenschnell entstandenen Werke versteigerte seine Frau an den Meistbietenden im Publikum.

Ermöglicht wurde die Ausstellung durch das Bochumer Kultur-Netzwerk "cultureangels". Nach dem Vorbild der ,buisiness-angels´, die im Bereich der IT-Branche neue Ideen fördern, verstehen sich die "cultureangels" als Plattform für junge Künstler. Denn neben dem Netzwerk auf Menschenebene werden Künstlern von den "cultureangels" auch die Grundlagen der Vermarktung von Kultur näher gebracht. "Wenn man von Kunst leben will, braucht man nicht nur Begabung, sondern auch betriebswirtschaftliches und rechtliches Grundwissen", erläuterte Johannes Maria Schrievers, Gründer des Netzwerkes.

Der Kleinkunst ein neues Forum bieten wollen auch Jennifer Dönig und Hannes Schwirtz, Inhaber der erst vor einem Monat eröffneten Kulturkneipe. "Wir warten noch auf ein Schallschutzgutachten", erklärte Hannes Schwirtz. "Wenn wir das haben, werden wir auch Kabarett und Comedy anbieten."

Die Ausstellung von Peter Klint ist noch bis zum Sonntag, 16. März, in der Kneipe an der Hagenstraße 2 zu sehen.

18.02.2003   Von Vera Kämper